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Problematik ländlicher Raum

Etwa 48% aller Sachsen leben im ländlichen Raum. Er umfasst nach LEP 2003 einen Flächenanteil von ca. 83,5%. Der ländliche Raum ist geprägt durch Landstädte (2.000 bis 5.000 Einwohner) und ca. 3000 Dörfer in denen derzeit über 1 Mio. Menschen leben.

  • Entwicklungstrend Bevölkerungsrückgang

Prägende demografische Trends im ländlichen Raum sind der drastische Rückgang sowie die Alterung der Bevölkerung. Seit 1999 verlor der ländliche Raum 5,6% seiner Einwohner. Die Bevölkerung geht auch im Verdichtungsraum Sachsens zurück, allerdings weniger stark. Prognoserechnungen ergaben, dass sich der Bevölkerungsrückgang zukünftig fortsetzen wird. Bis zum Jahr 2020 wird ein Verlust von 314.100 Einwohnern angenommen.

Die Schrumpfung aufgrund von Bevölkerungsverlusten ist also nicht nur in den Städten sondern auch im ländlichen Raum ein Schwerpunktthema. Auf der AGENDA stehen wichtige Themen wie die Sicherung der Daseinsvorsorge und Mobilität. In den besonders stark von Schrumpfung bedrohten Grenzgebieten wird der „Stadtumbau“ auch Dörfer treffen.

  • Problematik Leerstand

Die Kulturlandschaft im ländlichen Raum ist gekennzeichnet durch vielgestaltige regionaltypische Landschaftsformen und sein reiches Erbe an landschaftstypischen, historisch gewachsenen Siedlungsformen mit Ortsbild prägenden Elementen. Zu den wertvollsten Kulturgütern Sachsens zählt beispielsweise die Umgebindelandschaft der Oberlausitz oder die landschaftstypischen Trocken- und Weinbergsmauern des 400-jährigen Terrassenweinbaus im Dresdner Elbtal. Sie sind in ihrer Einzigartigkeit Grundbestandteil des europäischen Kultur- und Naturerbes.

Über 100.000 regionaltypische Kulturdenkmale sind Ausdruck der kulturellen Vielfalt Sachsens und dessen ländlichen Raums. Ein wichtiger Bestandteil der Kulturdenkmale sind denkmalgeschützte Wohngebäude. Von diesen stehen über 12.000 Gebäude im ländlichen Raum. Darunter befinden sich ca. 400 denkmalgeschützte Bauernhöfe.

Durch einen zunehmenden Leerstand und fehlende finanzielle Möglichkeiten ist vor allem der historische Gebäudebestand gefährdet. Die ganz oder teilweise leerstehenden Wohn-, Wirtschafts- und Fabrikgebäude, unansehnliche Außenhüllen von Gebäuden sowie auch ungenutzte Brachflächen beeinträchtigen in den ländlichen Teilräumen das Bild der orts- und regionaltypischen Siedlungs- und Landschaftsstruktur. Dieser Zustand mindert die Lebensqualität sowie die Bleibebereitschaft der Bewohner und beeinträchtigt die touristische und wirtschaftliche Entwicklung.

Hauptursache für den Leerstand sind der landwirtschaftliche und industrielle Strukturwandel. Bei den Wohngebäuden ist der Leerstand vor allem auf den Rückgang der Bevölkerung zurückzuführen. Eine ganze Reihe von Gebäuden wird derzeit nur noch von wenigen alten Menschen teilbewohnt. Ein dauerhafter Leerstand ist absehbar.

  • Entwicklungschance Landtourismus

Der Tourismus hat in Sachsen einen bedeutenden Stellenwert. Die vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften machen das Land zu einem attraktiven Reiseziel. Neben den Städten zählen zu den beliebten Tourismusgebieten die ländlichen Regionen Erzgebirge, Vogtland, Oberlausitz, Sächsische Schweiz, Sächsisches Elbland und Dübener Heide. Im ländlichen Raum stellt der Tourismus einen wesentlichen Wirtschaftfaktor dar und trägt zur Wertschöpfung bei. Für die touristische Vermarktung einer Region ist der Umgang mit Baukultur ein wesentlicher Faktor für den Erfolg.

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    Foto © Liane Remmler

      © Sächsisches Staatsministerium des Innern