Staatspreis für Baukultur 2026
Bei einem Festakt in Dresden hat Staatsministerin Regina Kraushaar am 23. Juni 2026 den Sächsischen Staatspreis für Baukultur verliehen. Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto »Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech«. Aus 34 eingereichten Beiträgen kürte die fünfköpfige Jury erstmals zwei Projekte gemeinsam zum Sieger: den »Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig« und die »Umnutzung Maschinenhalle zu Atelier- und Büroflächen in Leipzig-Connewitz«. Darüber hinaus wählte die Jury drei weitere Wettbewerbsbeiträge für Anerkennungen aus. Der Staatspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die beiden Staatspreisträger erhalten jeweils 17.500 Euro. Die Anerkennungen jeweils 5.000 Euro.
Sachsens Bauministerin Regina Kraushaar gratuliert: »Wenn Technik dem Menschen dient, ist gute Baukultur nicht weit. Die beiden Preisträgerprojekte zeigen das eindrucksvoll. In Connewitz wird eine historische Maschinenhalle mit wenigen, präzisen Eingriffen zu einem zeitgemäßen Arbeitsort. Am US-Generalkonsulat wird aus einer streng funktionalen Sicherheitsaufgabe ein sorgfältig gestaltetes Stück Stadtraum. Das ist innovativ und bodenständig zugleich. Die Projekte setzen Technik nicht als Selbstzweck ein, sondern dort, wo sie dem Menschen, der Nutzung und dem Bestand dient. Genau diese Haltung brauchen wir: klug planen, Ressourcen schonen und Gebäude so bauen oder weiterbauen, dass sie im Alltag funktionieren.«
Die Jury würdigte die Eigenständigkeit und Konsequenz, mit der beide Projekte das Wettbewerbsthema umgesetzt haben. Die Maschinenhalle in Leipzig-Connewitz steht für intelligentes Weiterbauen im Bestand.
Staatspreisträger
Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig
Auszug aus Jurywürdigung: Der Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat zeigt hingegen, welches Potenzial selbst in kleinen und stark reglementierten Bauaufgaben steckt. Drei in Holzbauweise vorgefertigte Module wurden ohne eigene Fundamente errichtet. Sie sind transportabel, wiederverwendbar und erfüllen zugleich hohe funktionale, energetische und sicherheitstechnische Anforderungen. Die Jury sieht darin ein Beispiel für reversibles Bauen, das Ressourcenschonung, Funktionalität und gestalterischen Anspruch verbindet.
Entwurfsverfasser: Büro Voigt Architekten Partnerschaft mbB, Leipzig
Bauherr: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Leipzig I
Umnutzung Maschinenhalle zu Atelier- und Büroflächen in Leipzig-Connewitz
Die Jury würdigt dieses Projekt als beispielhaften Beitrag zum intelligenten Weiterbauen im Bestand. Es zeigt, wie aus Einschränkungen gestalterische Qualitäten erwachsen können und wie durch einfache, präzise Mittel atmosphärisch dichte und zugleich hochfunktionale Arbeitsräume – fernab gängiger Standards – entstehen.
Entwurfsverfasser und Bauherr: KO/OK Architektur BDA Partnerschaft von Architekten mbB, Leipzig
Anerkennungen
Die siebenköpfige Jury wählte darüber hinaus drei weitere Wettbewerbsbeiträge für Anerkennungen aus. Mit jeweils 5.000 Euro wurden prämiert:
Sporthalle Geyer
Bauherr: Stadt Geyer
Entwurfsverfasser: CODE UNIQUE Architekten GmbH, Dresden
Festspielhaus Hellerau – Flügel Ost, Dresden
Bauherr: Landeshauptstadt Dresden
Entwurfsverfasser: heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB, Dresden
»die fabrik chemnitz«
Bauherr: Z 145 New Work GmbH, Chemnitz
Entwurfsverfasser: fellendorf GmbH, architekten I ingenieure, Chemnitz; Studio Aisslinger GmbH & Co. KG, Berlin;
Linear Architekten, Dresden
Insgesamt kamen 15 Projekte in die Endauswahl der Jury. Diese Beiträge werden ab sofort in einer Ausstellung im ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Erdgeschoss des Dresdner Kulturpalastes gezeigt. Die Ausstellung ist bis 30. Juli 2026 zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.